Hier wird er gemacht, der leckere Chablis!

Auf der Rückfahrt aus Montpellier machten wir in Chablis Halt, um endlich das Weingut „Domaine Courtault“ zu besuchen. Schon vor zwei Jahren trafen wir in Bordeaux auf der Vinexpo Stéphanie Courtault-Michelet, die dort auf dem Gemeinschaftsstand „Femmes et Vins de Bourgogne“ ihren Petit Chablis und Chablis präsentierte. Wir waren beeindruckt von der Qualität ihrer Weine aber auch vom durchaus für diese Gegend ungewöhnlichen Preis-/Genußverhältnis.

Stéphanie Courtault-Michelet und Frank Wuttke

Wir nahmen uns vor, diesen Wein noch einmal zu probieren aber der Alltag holte uns schnell ein. So brauchte es fast zwei Jahre für eine neue Gelegenheit.

Als wir letzte Woche unangekündigt in Lignorelles, einem kleinen Dorf, 3 km von Chablis entfernt, eintrafen, öffnete uns ihr Vater Jean-Claude Courtault die Tür zum kleinen aber feinen Hofladen, direkt neben der Halle, wo der Wein hergestellt und gelagert wird. Er informierte Stéphanie, die kurze Zeit später zusammen mit ihren beiden kleinen Söhnen eintraf. Sie erzählte uns, dass sie gerade von einer Verkostung ihrer eigenen Weine kam und über 20 verschiedene Proben auf ihre Tauglichkeit für die Weiterverarbeitung untersuchen musste. Und das natürlich am Vormittag!

Sie freute sich sehr, dass wir sie besuchten und konnte sich noch gut an uns erinnern. Wir konnten nun erneut sowohl die Weine Ihres Vaters als auch die uns schon bekannten Chablis verkosten, die sie und ihr Mann anbauen und die wir schon aus Bordeaux kannten.

Es ist immer sehr schön zu erfahren, dass man sich nicht getäuscht hat, wenn man vor einer längeren Zeit einen Wein probiert hat und nun feststellt, dass die Qualität genauso oder besser ist, als man sie in Erinnerung hatte.

Interessant ist auch, dass verschiedene Chablis, die auf Weinbergen (Terroirs) angebaut werden, die dicht beeinander liegen, so bemerkenswert unterschiedlich schmecken können.

Das Ende vom Lied war dann ein sehr Schönes: Wir luden uns den Kofferraum voll mit verschiedenen Chablis, die wir unseren Gästen nun in Hildesheim in der Speicherstraße ausschenken können.

Domaine Jean Claude Courtault

Der Abstecher nach Chablis hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir werden Stéphanie auf jeden Fall in Düsseldorf auf der kommenden Weinmesse „Prowein 2016“ wieder besuchen.

Da weder Günter und ich bisher in Chablis waren, lag es nahe, dort zum Mittagessen einzukehren. Eine solche Gelegenheit muß man ja nutzen! Nachdem also das Auto vollgeladen war, machten wir uns auf kleinen Straßen durch die Weinberge auf den Weg, um in dem Ort, der diesem weltberühmten Wein seinen Namen gegeben hat, zu Mittag zu essen.

Restaurant Au Vrai Chablis

Eine wirklich bemerkenswerte Tatsache ist, dass man in Frankreich in der Regel in jedem Dorf in der Größe von 2281 Einwohnern, also etwas kleiner als Sorsum, mindestens fünf oder sechs Restaurants findet, die hierzulande schon zur Kategorie „Feinschmecker-Restaurant“ zählen würden. Dafür findet man dann allerdings keinen McDonalds am Ortseingang …

Es mußte dann also ein kleines Mittagsmenü sein, Günter war bei der Vorspeise mit der allgegenwärtigen „Foie Gras“ dabei, während ich eine „französische Zwiebelsuppe“ dort probierte, wo man ja wissen musste, wie so etwas zu schmecken hat. Als Hauptgang gab es einen Klassiker: „Coq au vin“, übersetzt also „Hahn in Wein“. Wichtig ist hier, dass es Hahn ist und nicht Huhn!

Es war erwartungsgemäß lecker und nach einem „Expresso“ entschieden wir uns, noch einen kurzen Spaziergang durch den Ort zu machen, bevor wir uns auf die letzte Etappe unserer Reise nach Hause begaben.

Und dabei stießen wir dann auf diesen kleinen Laden, an dem wir leider nicht vorbeikamen:

 

Hier gibt es Souvenirs zum Essen und zum Trinken. Und wer sich das Bild genau ansieht, der erkennt auf der kleinen schwarzen Tafel unten rechts, dass die hier zu erwerbende Andouillette auch das entsprechende Qualitätssiegel „AAAAA“ trägt, was „Association amicale des amateurs d’andouillettes authentiques“ bedeutet.

Leider war der Besuch in diesem kleinen, schönen Geschäft kein Spaß für das Portemonnaie aber wer weiß, wann ich mal wieder in Chablis bin!

So starteten wir also zu unserer letzten Etappe in Richtung Heimat, Kofferraum und Magen gefüllt mit leckeren Sachen. Über Lothringen, Elsaß, Metz, Saarbrücken, Frankfurt ging es zurück nach Hildesheim, wo wir gegen Mitternacht nach einer sehr schönen Reise eintrafen.

Sollten Sie mal in der Nähe sein, ein Abstecher nach Chablis lohnt sich und vielleicht besuchen Sie ja auch Stéphanie und ihren Vater auf ihrem Weingut in Lignorelles!

Herzlichst

Ihr Günter Halex und Frank Wuttke